anonym geht doch nie

#0
30.12.2008, 12:20
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#1 Hallo,

ich hab mal ein paar fragen zum thema anonym im internet.
Ich kann aber einer gewissen stelle anonym sein aber bis zu dieser werden doch alle meine daten geloggt oder versteh ich da was falsch?
Selbst wenn ich einen eigenen proxy aufsetzen würde müsste ich ja erstmal eine verbindung zu meinem provider herstellen und erst dann könnte ich doch auf den proxy zugreifen?
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30.12.2008, 22:07
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#2 Im Grunde ist das richtig, was Du schreibst.
Allerdings besteht die Möglichkeit, die Inhalte die transportiert werden, zu verschlüsseln. Ob das nun per VPN oder mittels TOR, JAP geschieht ist an dieser Stelle nicht so wichtig. Feststellbar sind noch die IP-Verbindungen zum nächsten Vermittlungspunkt/Proxy, aber Inhalte nicht.

Proxys von irgendwelchen Listen im Internet anonymisieren wenn überhaupt nur vor einem Betreiber der Seite, die man aufruft. Das benötigt man im Grunde nicht, da eine dynamisch zugewiesene IP-Adresse erst mal keine verwertbaren Informationen zu einer Person für eine Seitenbetreiber enthält.
Viel aussagekräftiger sind hier u.U gespeicherte Cookies.
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01.01.2009, 07:10
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#3 Bei Tor und Jap ist dokumentiert, dass diese Systeme nicht loggen, es sei denn, sie werden von den Überwachungsorganen dazu gezwungen.

Die Universität Dresden (Jap) wurde einmal im Jahre 2003 gezwungen zu loggen; sie klagte dagegen und gewann. Seit 5 Jahren hat sie keine IPs weitergegeben und wird rund um die Uhr von 3000 Menschen benutzt.

Tor-Server loggen ebenfalls nicht. Da hier drei Server auf der ganzen Welt verteilt sind, kann die Behörde eines einzigen Landes Tor nicht zum Loggen zwingen.

Tor hat noch nie IPs weitergegeben und wird permanent von 5 000 Menschen benutzt. Da ungefähr genausoviele Menschen an Stränden liegen wie anonym surfen kann man sagen: Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Tor/Jap-Nutzer auffliegt ist deutlich geringer als die Wahrscheinlichkeit, von einer Kokosnuss erschlagen zu werden - dies passiert nämlich 150 Menschen pro Jahr

http://www.zeit.de/2003/47/Urlaubsgefahren
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01.01.2009, 12:00
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#4 In puncto JAP muss eine Korrektur angebracht werden:

Es ist 2009 und die Bereitsteller von sogenannten Anonymisierungsdiensten sind in DE dazu verpflichtet gewisse Teile der Verbindung zu speichern (IP, Datum + Uhrzeiot - keine Inhalte, keine IPs d. aufgerufenen Server)
http://anon.inf.tu-dresden.de/dataretention_de.html

Dass Tor-Server nicht logen, das kann man z.B für einen Exit-Node nicht grundsätzlich ausschließen. Auf diese Weise sind vor einiger Zeit massenhaft Login-Daten für Email-Accounts ausgespäht worden. Wirlkich vertrauliche Verbindungen sollte man nicht über das Tor-Netzwerk laufen lassen.

Noch ein Wort zu dem PC-Award_2008.zip: Der Browser ist komplett veraltet ;)
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02.01.2009, 05:51
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#5 Jap loggt soweit ich mitbekommen habe, nicht die Seiten, die man aufruft, sondern nur welche IPs wann online waren. Da ich grundsätzlich ein Nicht-EU-VPN vorschalte, ist dies kein gravierendes Problem für mich.

Deutsche Tor-Nodes müssen laut einem Gutachten der GPF grundsätzlich nicht loggen. Hoffe, damit kommen die durch, Toitoitoi. http://www.privacyfoundation.de/

Der Browser ist komplett veraltet.

Können Sie das bitte präziser ausdrücken? Ich habe diese Version vor sechs Wochen zusammengebaut und nur die neuesten verfügbaren Komponenten genommen.

Bei dem Browser handelt es sich um einen Firefox 3.01. Das Update auf die Version 3.05 erfolgt automatisch oder kann manuell durchgeführt werden mittels Hilfe - Nach Updates suchen.

Da ich den Browser selbst benutze, benachrichtigen Sie mich bitte, falls Ihnen sicherheitsrelevante Mängel aufgefallen sind.

Danke und allen ein frohes neues Jahr
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25.02.2009, 22:53
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#6 Denke auch, dass irgendwo immer was "mitgeloggt" wird!
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26.02.2009, 07:11
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#7

Zitat

Denke auch, dass irgendwo immer was "mitgeloggt" wird!
Wer loggt deiner Meinung nach? Die Gruppe irgendwo ist nämlich so groß, dass deine Aussage zwar richtig ist, sich daraus aber kein Nutzwert ziehen lässt. Das ist so, als würde ich fragen Wen soll ich wählen und du antwortest Die da oben machen sowieso was sie wollen.
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26.02.2009, 07:39
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#8

Zitat

Selbst wenn ich einen eigenen proxy aufsetzen würde müsste ich ja erstmal eine verbindung zu meinem provider herstellen und erst dann könnte ich doch auf den proxy zugreifen?
Mir ist noch eine Betrachtung zum Thema VDS eingefallen. Grundsätzlich wird nach § 113 TKG nur gespeichert, wann du mit welcher IP online warst. Gemäß VDS darf der Provider gar nicht speichern, mit wem du dich verbindest.

Verwendest du also einen Proxy, wird nichts von dir gespeichert, denn in den Logs taucht eine fremde IP auf. Schaltest du nun mehrere Proxys hintereinander wie bei Tor, so sieht der Provider, wenn er gesetzeswidrig speichert, eine Verbindung zum ersten Proxy in den USA, die IP in den Logs des Forums, in dem du gerade
Schäuble ist brutal schreibst, stammt aber aus Deutscland oder rankreich.
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01.03.2009, 07:23
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#9 Test Internet-Annonymisierungsdienste

http://www.daten-speicherung.de/index.php/test-internet-anonymisierungsdienste/

Nachdem ab 2009 auch Internetprovider zur 6-monatigen Vorratsspeicherung von IP-Adressen verpflichtet sind, ist es technisch möglich, das Surfverhalten und die E-Mail-Kontakte jeden Nutzers 6 Monate lang und ohne Gerichtsbeschluss zu einem bestimmten Anschluss zurückverfolgen.
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01.03.2009, 09:25
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Beiträge: 893
#10 Hallo

Zitat

Nachdem ab 2009 auch Internetprovider zur 6-monatigen Vorratsspeicherung von IP-Adressen verpflichtet sind, ist es technisch möglich, das Surfverhalten und die E-Mail-Kontakte jeden Nutzers 6 Monate lang und ohne Gerichtsbeschluss zu einem bestimmten Anschluss zurückverfolgen.
Ohne gerichtsbeschluß stimmt soweit ich weiss nciht und zweitens, alles Anonymisierunsgdienste, die nicht kommerziell sind, brauchen sowieso nicht zu speichern.
__________
Mfg
schwedenmann
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02.03.2009, 05:50
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#11 Tornodes speichern nicht. Und selbst wenn, werden ja keine aufgerufenen Seiten gespeichert, sondern nur die IPs, die sich eine Ausgangs-IP teilten. Da aber viele Leute sich eine IP teilen, ist eine direkte Identifizierung nicht möglich. Und selbst wenn sie möglich wäre, hätte man nur die IP des Vorgängerproxys, der hoffentlich in einem Land ohne VDS steht.
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07.06.2009, 16:01
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Beiträge: 3
#12

Zitat

schwedenmann postete

Zitat

Nachdem ab 2009 auch Internetprovider zur 6-monatigen Vorratsspeicherung von IP-Adressen verpflichtet sind, ist es technisch möglich, das Surfverhalten und die E-Mail-Kontakte jeden Nutzers 6 Monate lang und ohne Gerichtsbeschluss zu einem bestimmten Anschluss zurückverfolgen.
Ohne gerichtsbeschluß stimmt soweit ich weiss nciht und zweitens, alles Anonymisierunsgdienste, die nicht kommerziell sind, brauchen sowieso nicht zu speichern.
Hallo,

Doch, "ohne Gerichtsbeschluss" stimmt, weil die zu beauskunftenden Bestandsdaten wie Name und Anschrift nicht dem Fernmeldegeheimnis unterliegen (§§ 113, 88 TKG). Um also den Inhaber einer IP zu ermitteln braucht es nach überwiegender Rechtsprechung keinen gerichtlichen Beschluss, sondern nur umgekehrt. Ich habe das im Artikel auf Daten-speicherung.de noch mal mit entsprechenden Gerichtsentscheidungen belegt. Insofern danke für die Kritik.

Die Meinung, dass unentgeltliche Anon-Dienste nicht speichern müssen/dürfen, ist keineswegs unumstritten. Das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung erfasst "in der Regel gegen Entgelt erbrachte Dienste", wobei umstritten ist, ob der Einzeldienst in der Regel gegen Entgelt erbracht sein muss oder nur Dienste dieser Art. Gerade vor Kurzem stand in der K&R ein Fachartikel darüber. Im Übrigen reicht für die Entgeltlichkeit schon Bannerwerbung, und irgendwie müssen sich die Dienste finanzieren. Die Erfahrung zeigt auch, dass die Speicherpraxis von theoretischen Gesetzesvorgaben abweicht, also muss man individuell nachfragen, was gespeichert wird. Man hat nichts gewonnen, wenn nach der Rechtsauffassung X, die nach der Rechtsmeinung Y sogar für ausländische Dienste gilt, die dort aber niemand kennt, zwar theoretisch nicht gespeichert werden dürfte, aber irgendwann steht dann doch die Polizei vor der Tür.

Viele Grüße
Jonas
Dieser Beitrag wurde am 07.06.2009 um 16:15 Uhr von jonas.09 editiert.
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08.06.2009, 12:07
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#13 Aus diesem Grund reiht man bei Tor mehrere Proxys hinterheinander und reduziert damit die Wahrscheinlichkeit, zurückverfolgt zu werden. Sicherheit bietet dies, wie Jonas schon sagte, nicht: - lediglich die Wahrscheinlichkeit von Sicherheit erhöht sich.
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Dieser Beitrag wurde am 09.06.2009 um 18:39 Uhr von Zur Hölle editiert.
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09.06.2009, 02:47
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#14 Pardon, Beitrag gelöscht. "Zur Hölle" ist ja "MelliMaus", so dass sich eine Antwort von mir aus bekannten Gründen erübrigt.
Dieser Beitrag wurde am 09.06.2009 um 02:54 Uhr von jonas.09 editiert.
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09.06.2009, 18:36
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#15 Wie hier wieder lehrbuchartig vorgeführt wurde, kommen Angriffe auf die Privatsphäre in erster Linie aus dem Bekanntenkreis.

Besonders häufig vom Ex-Freund :-)
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